In der Quantenwelt gelten andere Gesetze als in der Welt, die wir "direkt" wahrnehmen. Eine der - für unser "Alltagsempfinden" - ungewöhnlichsten Eigenschaften ist die Heisenbergsche Unschärferelation:

Der deutsche Physiker Werner Heisenberg (1901-1976) war einer der Begründer der Quantenphysik. Für Werner Heisenberg musste erst das traditionelle Weltbild der Physik zusammen fallen, bevor er seine eigene Theorie bilden konnte. Die Gesetze der Mechanik, die Newton aufgestellt hat, gelten nicht mehr für den Bereich der Elementarteilchen, die Heisenberg untersucht. Heisenberg kommt auf die Idee, dass die Mess- Apparate die Ergebnisse beeinflussen. Er nennt es das Prinzip der "Unschärferelation". Philosophisch gedacht heißt das: Es gibt nicht mehr das Ding an sich, sondern nur die Beziehung, die Relation zwischen dem Apparat und dem Ding. Die Dinge besitzen keinen Grund mehr. Alles zerfällt und zerbröselt. Ferrari leitet daraus sein Erzählprinzip ab. Es gibt nur noch Subjektivität. In die Erkenntnislücke tritt der Dichter mit seiner Phantasie und seinen Metaphern.

Heisenberg grübelte oft über seine eigene Entdeckung nach, für die er 1932 den Nobelpreis bekommen hatte. Er schrieb nachdenkliche Bücher, wie etwa "Quantentheorie und Philosophie" und "Physik und Philosophie". Wenn es in den Wissenschaften zwei revolutionäre „Schocker“ gab, dann waren das Einstein und Heisenberg. Sie bewiesen, dass es in den Naturwissenschaften Bereiche gibt, die unseren so geliebten Hausverstand weit jenseits jeder philosophischen Schmerzgrenze unbarmherzig aushebeln. Einstein sagte dazu: „Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.“